Wenn ihr nicht drei oder vier verschiedene Sauerteige füttern und pflegen möchtet, sondern mit einem einzigen Anstellgut rustikales Roggenbrot und fluffige Zimtschnecken backen möchtet, dann seid ihr hier richtig. Ich möchte euch das Prinzip von meinem Universal-Sauerteig für alle Mehlsorten vorstellen.

Welcher Sauerteig für welches Brot?

Grundsätzlich gilt: Roggensauerteig für Roggenbrot, Weizensauerteig für Weizenbrot und so weiter. In dem ihr euren Sauerteig mit dem gleichen Mehl füttert, mit dem ihr später auch euer Brot backen wollt, stellt ihr sicher, dass der Sauerteig genau die richtigen Mikroorganismen und Hefen enthält, um diese Mehlsorte zu fermentieren. Was auf den ersten Blick logisch klingt, ist im Alltag aber relativ schwer umsetzbar. Viele Rezepte für Brote und Brötchen bestehen ja nicht nur aus einer Mehlsorte. Außerdem habt ihr so schnell drei oder vier verschiedene Sauerteige im Kühlschrank stehen, die alle regelmäßig gefüttert und gepflegt werden wollen. Zum Glück ist Sauerteig aber ziemlich flexibel und grundsätzlich lässt sich mit Roggensauerteig auch ein ziemlich gutes Weizenbrot backen. Ich nutze für alle meine Rezepte den gleichen Sauerteig, also quasi einen Universal-Sauerteig.

Ein Universal-Sauerteig für alle Mehlarten

Kurz vorab: Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, als wäre diese Methode die beste. Beim Backen mit Sauerteig gibt es zwei Herangehensweisen: Die einen wollen das perfekte Brot backen. Zeit- und Materialaufwand sind egal. Und dann gibt es diejenigen, die einfach gutes Brot backen wollen und das möglichst einfach und alltagstauglich. Ich gehöre eindeutig zur zweiten Gruppe. Deshalb kommt es für mich nicht in Frage verschiedene Sauerteige zu füttern und zu pflegen, auch wenn sich dadurch vielleicht ein minimal besseres Ergebnis erzielen lassen würde.

In meinem Kühlschrank wohnt ein Sauerteig, den ich zirka einmal pro Woche zu gleichen Teilen mit Mehl und Wasser füttere. Beim Mehl nehme ich immer das Mehl, das ich gerade da habe. Meistens ist das eine Mischung aus Weizenmehl und Roggenvollkornmehl. Manchmal nutze ich auch Dinkelmehl, oder nur eine der Mehlsorten. Ich achte darauf, dass es nicht zu viel Roggenmehl wird, damit süßes Gebäck nicht zu sauer wird.

Durch die verschiedenen Mehlsorten hat der Sauerteig ein breites Profil an Nährstoffen, Mikroorganismen und Hefen und versteht sich mit allen Mehlen gut.

Anstellgut in einem Glas mit Sauerteig Gebäck

Welche Sauerteigarten gibt es?

Wenn ihr eher zur ersten Gruppe gehört, habe ich hier eine Übersicht der wichtigsten Sauerteigarten. Die verschiedene Arten von Sauerteig unterscheiden sich vor allem in der Mehlart und der Hydration.

Weizensauerteig

Weizensauerteig wird aus Weizenmehl und Wasser hergestellt. Er hat einen milden, leicht säuerlichen Geschmack und wird oft für helles Brot wie Baguettes, Ciabatta und andere Weizenbrote verwendet.

Roggensauerteig

Roggensauerteig wird aus Roggenmehl und Wasser hergestellt und hat einen kräftigeren, säuerlicheren Geschmack im Vergleich zu Weizensauerteig. Roggensauerteig ist besonders aktiv und ist deshalb ideal für Anfänger geeignet.

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Dinkelsauerteig

Dinkelsauerteig wird mit Dinkelmehl angesetzt. Dinkel ist eine ältere Getreideart, die dem Brot einen leicht nussigen Geschmack verleiht. Dinkelteig ist oft etwas klebriger, daher ist es wichtig, den Sauerteig gut zu pflegen.

Glutenfreier Sauerteig

Glutenfreier Sauerteig wird aus glutenfreien Mehlen wie Reis-, Buchweizen-, Mais- oder Teffmehl hergestellt. Es dauert oft ein bisschen länger, bis glutenfreier Sauerteig aktiv genug zum Backen ist. Hier habe ich eine Methode für euch mit der es ein bisschen schneller geht. Wenn ihr nicht vollständig auf Gluten verzichten müsst, könnt ihr euch eine kleine Menge von einem Roggen- oder Weizensauerteig nehmen und sie zu einem glutenfreien Starter umzüchten.

Aktiver Sauerteigstarter

Lievito Madre (Italienischer Sauerteig)

Lievito Madre ist ein milder, italienischer Sauerteig, der oft mit Weizenmehl und einer niedrigeren Hydratation (etwa 60%) hergestellt wird. Er hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack und wird in der italienischen Backtradition häufig für Panettone, Ciabatta und andere Brote verwendet.

Festes Anstellgut (Levain)

Ein festerer Sauerteig, bei dem der Wasseranteil geringer ist (typischerweise 50% Hydratation). Diese Art von Sauerteig ist kompakter und hat eine festere Konsistenz.

Flüssiger Sauerteig

Dies ist eine Variante, bei der der Sauerteig eine höhere Hydration (etwa 100%) aufweist, also genauso viel Wasser wie Mehl enthält. Dieser Sauerteig ist flüssiger, als zum Beispiel der Lievito Madre.

Wie wird der Sauerteig gemacht?

Ihr könnt euch entweder von anderen Hobbybäckern oder aus einer Bäckerei eine kleine Menge von einem etablierten Sauerteig holen. Oder ihr züchtet euren Sauerteig selbst. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die ich euch hier zusammengestellt habe.

Sauerteig züchten

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Ein Sauerteig für alle Mehlsorten

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Ich bin Theresa und ich backe – am liebsten mit Sauerteig. Auf meinem Blog Krümelig teile ich meine liebsten Rezepte mit dir.

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Grundlagen

Backen

mit

Sauerteig

 

In unseren Grundlagen-Artikeln erfahrt ihr, wie ihr euren eigenen Sauerteigstarter züchtet, wie ihr ihn füttert und wie ihr damit leckere Brote, Brötchen und süße Teilchen zaubern könnt.

5 Kommentare

  1. Regina

    Hallo Theresa!
    Du fütterst deinen Sauerteigstarter
    mit 3 verschiedenen Mehlsorten auf einmal? Das heißt, bei 50g Mehl teilst du diese durch 3?
    Ich habe ein Roggenvollkornstarzer.
    Kann ich ihn in Zukunft auch mit verschiedenen Mehlsorten, sprich Dinkel und Roggen füttern?

    Liebe Grüße
    Regina

    Antworten
    • Oliver

      Hallo Regina, ich helfe Theresa ein wenig mit den Kommentaren. Wir füttern unseren Universalsauerteig normalerweise mit 2 verschiedenen Mehlsorten – meistens je zur Hälfte Rogenvollkorn und Weizen. Ich halte mich immer daran, Theresa gibt ab und zu auch mal Dinkel oder was anderes hinzu. Einen reinen Roggen-Starter kannst du sehr gut mit Dinkel und Roggen füttern, und ihn dann vielseitiger anwenden.

      Antworten
  2. Renate

    Hallo Theresa,
    in meinen Brötchenteig kommen 150 gr. Lievito Madre. Kann ich das 1:1 gegen meinen Dinkelsauerteig tauschen?

    Antworten
  3. Renate

    Hallo Theresa,
    verstehe ich das richtig du fütterst deinen Sauerteig mit z.B. 20 gr. Anstellgut, 20 gr. Mehl und 20 gr. Wasser?

    Gruß
    Renate

    Antworten
    • Oliver

      Hallo Renate, ich helfe Theresa ein wenig mit den Kommentaren.

      du könntest ruhig im Verhältnis weniger Anstellgut, bzw. mehr Mehl und Wasser nehmen. Anfangs hatte ich immer Angst, den Sauerteig zu verlieren, wenn Theresa das Glas fast ganz ausleert, bis nur noch Reste an den Wänden kleben. Aber es scheint ihm dann sogar besser zu gehen, wenn weniger altes Anstellgut genommen wird. Deshalb nehmen wir meist ein Verhältnis von 1:4:4. Hier findest du Theresa’s Leitfaden zum Füttern vom Sauerteig.

      Viele Grüße, Oliver

      Antworten

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