Schwäbische Seelen mit Sauerteig – Mit langer Teigführung

Der Teig für die schwäbischen Seelen besteht eigentlich nur aus Wasser, Mehl (in diesem Fall Dinkel- und Weizenmehl), Salz und Sauerteig. Ein hoher Wasseranteil, Kümmel, grobes Salz und vor allem eine lange, kalte Teigführung verleihen den rustikalen Brötchen einen unverwechselbaren Geschmack. Wo ich aufgewachsen bin, gibt es die Seelen normalerweise nicht zu kaufen. Nur auf dem Wochenmarkt gab es einen Stand, der frische Seelen verkauft hat und das war jedes mal ein Highlight an Markttagen. Umso schöner, dass ich sie jetzt mit diesem Rezept jederzeit selbst zuhause backen kann.

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Was sind schwäbische Seelen?

Schwäbische Seelen sind längliche, rustikale Brötchen mit einer knusprigen Kruste, grober Porung und weicher Krume. Traditionell werden sie mit Kümmel und grobem Salz bestreut und heiß mit viel Dampf gebacken. Ihre Konsistenz erinnert ein wenig an die von Ciabatta. Die lange Teigführung über Nacht sorgt für ein tolles Aroma. Dieses Rezept kommt ohne industrielle Hefe aus und wird nur mit Natursauerteig getrieben.

Diese Zutaten braucht ihr

  • Weizenmehl (Type 1050) enthält mehr Schalenanteile als helles Weizenmehl, ideal für rustikale Seelen.
  • Dinkelmehl Type 630 verleiht den Seelen eine leicht nussige Note.
  • Ein hoher Wasseranteil ist typisch für Seelenteig und sorgt später für große, unregelmäßige Poren.
  • Sauerteig ist ein natürliches Triebmittel und sorgt für einen komplexen Geschmack.
  • Salz ist wichtig für den Geschmack, aber auch für die Stabilität des Teiges.
  • Grobes Salz und Kümmel sorgt für den typischen Geschmack,

Backen mit Sauerteig – Anstellgut züchten und pflegen

Ihr könnt für dieses Rezept entweder Weizensauerteig oder Roggenanstellgut verwenden. Ich nutze einen Universal Sauerteig für alle Mehlsorten. Meinen Sauerteig füttere ich zu gleichen Teilen mit Wasser und Mehl. Wenn ihr ein anderes Mischverhältnis nutzt, müsst ihr die Wassermenge im Rezept anpassen.

Der Sauerteig muss für dieses Rezept nicht frisch gefüttert sein, aber die letzte Auffrischung sollte nicht länger als eine Woche her sein. Je länger euer Sauerteig nicht gefüttert wurde, desto länger muss der Teig in der Regel ruhen.

Wenn ihr noch keinen Sauerteig habt, habe ich hier einige Methoden zusammengestellt, wie ihr euer eigenes Anstellgut züchten könnt.

Schwäbische Seelen selber machen

Den Teig zubereiten

Vorteig ansetzen: Sauerteigstarter mit Mehl und Wasser verrühren. Abgedeckt 4 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Hauptteig herstellen: Die restlichen Mehle mit dem Wasser (erst 250 g, ggf. später mehr) vermengen. Den Teig zirka eine Stunde ruhen lassen. Anschließend mit Salz und dem Vorteig verkneten.

Stockgare: Den Teig abgedeckt 4–6 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen. In den ersten 90 Minuten alle 30 Minuten dehnen und falten (3–4 Mal insgesamt).

Kalte Gare: Den Teig luftdicht abgedeckt über Nacht (ca. 12–16 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Die Seelen formen

Teig vorbereiten: Den Teig aus dem Kühlschrank holen und nicht entgasen! Auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen und leicht rechteckig ziehen.

Seelen abstechen: Mit einer bemehlten Teigkarte 8 längliche Stücke abstechen – nicht formen, nicht kneten! Die Seelen dürfen rustikal aussehen.

Bestreuen: Mit grobem Salz und Kümmel bestreuen.

Die Sauerteig Seelen backen

Ofen vorbereiten: Backofen mit Backstahl oder -stein und Dampfschale (mit Lavasteinen) auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – mindestens 45 Minuten.

Backen: Seelen direkt auf den heißen Backstahl setzen. 10 Minuten mit Dampf backen, anschließend den Dampf ablassen und weitere 10–12 Minuten knusprig fertig backen.

Häufige Fragen zu schwäbischen Seelen

Woher kommt der Name „Schwäbische Seelen“?

Der Begriff „Seele“ stammt vermutlich vom Allerseelentag, an dem früher Seelenbrote gebacken wurden. Eine andere Theorie: Der Name bezieht sich auf die „Seele“ des Brotes – das weiche Innere.

Wie werden Seelen knusprig?

Die Kruste gelingt besonders knusprig, wenn die Seelen heiß (250 °C) mit viel Dampf gebacken werden. Auch eine lange Teigführung (z. B. über Nacht) fördert eine knusprige Kruste.

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  • Eine Getreidemühle* für frisch-gemahlenes Vollkornmehl.
  • Einen Danish-Whisk* – vor allem wenn ihr keine Knetmaschine nutzt. Damit könnt ihr eure Zutaten vermischen, ohne, dass der ganze Teig am Löffel klebt.
  • Eine Küchenwaage*.
  • Mit diesem scharfen Bäckermesser* zaubert ihr präzise Schnitte in eure Brote und könnt euch bei aufwändigen Mustern kreativ austoben.
  • Mit einer Teigkarte aus Edelstahl* könnt ihr eure Teiglinge abstechen oder eure Brote formen.
  • Eine Dampfschale bestehend aus einer Edelstahl-Ofenform* und Lavasteinen*. Die Schale wird mit den Steinen gefüllt und beim Vorheizen auf den Boden des Ofens gestellt. Wenn ihr euer Brot in den Ofen schiebt, schüttet ihr heißes Wasser auf die Steine. Dadurch entsteht Dampf, der dafür sorgt, dass euer Brot gut aufgeht.
  • Einen Brotbackstein*, damit eure Brote, Brötchen und Pizza schön knusprig werden.
  • Ein Abkühlgitter* für Brot, Brötchen und Waffeln.
  • Ein Edelstahl-Wasserkocher* mit verschiedenen Temperaturstufen für Brühstücke.
  • Ein scharfes Brotmesser*.

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5 from 3 votes
Vorbereitungszeit 1 Stunde 30 Minuten
Zubereitungszeit 22 Minuten
Ruhezeit 1 day
Gesamtzeit 1 day 1 Stunde 52 Minuten
Gericht Schwäbische Seelen, Schwäbische Seelen mit Sauerteig, Seelen mit Sauerteig
Küche Deutsch
Portionen 9 Seelen

Zutaten
  

Vorteig

  • 180 g Wasser
  • 200 g Weizenmehl Type 1050
  • 50 g Sauerteig

Hauptteig

  • 50 g Weizenmehl Type 1050
  • 250 g Dinkelmehl Type 630
  • 160 g Wasser
  • TL Salz

Toppings

  • Kümmel
  • grobes Salz

Anleitungen
 

Tag 1: Vorteig & Hauptteig ansetzen

  • Vorteig ansetzen: Sauerteigstarter mit Mehl und Wasser verrühren. Abgedeckt 4 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
  • Hauptteig herstellen: Die restlichen Mehle mit dem Wasser (erst 150 g, ggf. später mehr) vermengen. Den Teig zirka eine Stunde ruhen lassen. Anschließend mit Salz und dem Vorteig verkneten.
  • Stockgare: Den Teig abgedeckt 4–6 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen. In den ersten 90 Minuten alle 30 Minuten dehnen und falten (3–4 Mal insgesamt).
  • Kalte Gare: Den Teig luftdicht abgedeckt über Nacht (ca. 12–16 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Tag 2: Formen & Backen

  • Ofen vorbereiten: Backofen mit Backstahl oder -stein und Dampfschale (mit Lavasteinen) auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – mindestens 45 Minuten.
  • Teig vorbereiten: Den Teig aus dem Kühlschrank holen und nicht entgasen! Auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen und leicht rechteckig ziehen.
  • Seelen abstechen: Mit einer bemehlten Teigkarte 8 längliche Stücke abstechen – nicht formen, nicht kneten! Die Seelen dürfen rustikal aussehen.
    Mit einer bemehlten Teigkarte 8 längliche Stücke abstechen – nicht formen, nicht kneten! Die Seelen dürfen rustikal aussehen.
  • Bestreuen: Mit grobem Salz und Kümmel bestreuen.
    Mit grobem Salz und Kümmel bestreuen.
  • Backen: Seelen direkt auf den heißen Backstahl setzen. 10 Minuten mit Dampf backen, anschließend den Dampf ablassen und weitere 10–12 Minuten knusprig fertig backen.
    Seelen direkt auf den heißen Backstahl setzen. 10 Minuten mit Dampf backen, anschließend den Dampf ablassen und weitere 10–12 Minuten knusprig fertig backen.
Keyword einfach, lange Teigführung, lange Teigruhe, ohne Germ, ohne Hefe, über Nacht

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Schwäbische Seelen mit Sauerteig backen

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10 Kommentare

  1. Häfner-Grabert, Barbara

    5 Sterne
    Liebe Theresa ich habe sie jetzt schon öfter gebacken und sie wurden von allen die ich probieren habe lassen sehr gut bewertet. Vielen Dank für deine schönen Rezepte.
    Liebe Grüße Barbara

    Antworten
  2. Silke Reimann

    5 Sterne
    Danke für das tolle Rezept. Die seelen sind super lecker, die mach ich wieder.

    Antworten
  3. Katharina

    Hallo! Ich habe die gleiche Frage wie Susanne oben – wieviel Wasser kommt dazu? Danke im Voraus für eine Antwort und danke für das Rezept!

    Antworten
    • Katrin

      Es kommen 160g dazu. Bzw erst mal 150g dann ggf der Rest.
      Evtl wurde bereits das Rezept korrigiert oder Lesefehler

      Antworten
  4. Susanne

    Eine Frage zum Hauptteig: Du schreibst:

    „Die restlichen Mehle mit dem Wasser (erst 250 g, ggf. später mehr) vermengen.“

    Es sind aber in den Zutaten nur 160 g Wasser angegeben. Wie viel soll ich nehmen?

    Danke schon mal!

    Antworten
    • Maria Butz

      Das frage ich mich auch

      Antworten
  5. Kati

    5 Sterne
    Hi Theresa,
    Tolles Rezept, ist sehr gut geworden!
    Aber irgendwas scheint mit der Wassermenge im Hauptteig nicht zu stimmen: oben stehen 160g, im Text schreibst du „erst 250g später mehr“…. Sind es vielleicht 260g?? Ich hatte ca 220 drin und fand es gut flüssig. LG Kati

    Antworten
    • Theresa Lang

      Ohje, das tut mir leid, das war ein Tippfehler! 160 g ist richtig. Ich würde mit 150 g anfangen und die 10 g zurück behalten und eventuell später zugeben, wenn der Teig mehr Wasser aufnehmen kann. Ich bin beeindruckt, dass das Rezept auch mit 220 g Wasser funktioniert hat 😀
      Danke für den Hinweis!
      Liebe Grüße
      Theresa

      Antworten
  6. Katrin Bigos

    Liebe Teresa,
    Es sind in deinen Rezepten hier keine Mengenangaben, hab ich die übersehen ?
    Liebe Grüße Katrin

    Antworten
    • Theresa Lang

      Liebe Katrin,

      die Mengenangaben findest du ganz unten in der Rezeptkarte. Wenn du den ganzen Text darüber überspringen möchtest, könntest du oben auf den Button „Zum Rezept springen“ klicken.

      Viel Spaß beim Backen!

      LG Theresa

      Antworten

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